Ostfriesland-Leitstelle appelliert: Bevölkerung soll bei Notruf zum Telefonhörer greifen

Mit dieser Pressemitteilung informiert die Kooperativen Regionalleitstelle Ostfriesland (KRLO) die Bevölkerung in Ostfriesland darüber, wie die neue Notruf-App genutzt werden soll – nämlich nur im Ausnahmefall und von den Nutzergruppen, für die der App-Notruf geschaffen worden ist. Vorzuziehen ist immer der direkte Telefonanruf in der Leitstelle, damit dort Disponenten gleich die richtigen Fragen stellen können, so jetzt der dringende Appell aus Wittmund.

Zum aktuellen Hintergrund:

Seit dem vergangenen Dienstag (28.09.2021) steht die neue Notruf-App „nora“ der gesamten Bevölkerung zum Download zur Verfügung. Zielgruppe der App allerdings sind vordringlich Menschen mit Hör- und Sprachbehinderungen sowie diejenigen, die kein Deutsch sprechen, oder auch andere, die in der Notlage schlecht oder gar nicht sprechen können, beispielsweise aufgrund eines Schlaganfalls.

Die Notruf-App schließt eine wichtige Lücke in der barrierefreien Erreichbarkeit der Rettungskräfte von Rettungsdienst, Feuerwehr und Polizei und sorgt dafür, dass man durch mehrere vordefinierte Fragen schnell die Art und den Umfang des Notfalls sowie durch die Standortübermittlung den konkreten Notfallort bestimmen kann.

Auch wenn die Personengruppen für die die App entwickelt wurde klar definiert ist, besteht für die gesamte Bevölkerung die Möglichkeit die App zu installieren und diese im Notfall zu nutzen.

Die Kooperative Regionalleitstelle Ostfriesland appelliert an dieser Stelle aber auch eindrücklich an die Bevölkerung, dass jeder, der in der Lage ist einen Sprachnotruf abzugeben und ein direktes Gespräch mit den Leitstellenmitarbeitern führen kann, immer den Notruf wählen sollte. Hintergrund ist, dass alle Leitstellen in der Region – nicht nur in Wittmund –  mit einer strukturierten Notrufabfrage arbeiten und so dem Anrufer (m/w/d) weitere detaillierte Fragen gestellt werden können, die schnell die Schwere und Gefährdung des Notfalls weiter eingrenzen können. Zudem besteht durch den direkten Kontakt zum Anrufer auch die Möglichkeit, dass dieser unter Anleitung der Leitstelle bereits wichtige Hilfestellungen und Erste-Hilfe-Maßnahmen einleiten und umsetzen kann. Auch ist die Geschwindigkeit des Notrufdialoges und des Informationsaustauschs gegenüber der Verwendung der App wesentlich höher.

Die App gibt den bestimmten Personengruppen aber die Möglichkeit, dass diese überhaupt einen qualitativ hochwertigen Notruf abgeben können – und das ist für diese ein elementarer und überlebenswichtiger Fortschritt, so die Regionalleitstelle in Wittmund. „nora“ könne einen Sprachanruf aber im Umfang des Informationsaustausches und in der Geschwindigkeit der Notrufabwicklung nicht ersetzen, heißt es zur Erklärung weiter.

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