Volkstrauertag 2017

Foto: G.Ziemann
Posaunenchor Asel
Foto: G. Ziemann
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Zum Volkstrauertag 2017 hatten sich von Kirche, Stadt, Dorf, Vereinen eine Delegation zum Gedenken am Ehrenfriedhof eingefunden.
Dorfvorsteher Eike Cornelius hielt die Ansprache, die Clinsiel.de Ihnen hier präsentieren darf.

Der Posaunenchor Asel spielte zur Begleitung.


Am heutigen Tage, dem Volkstrauertag richtet sich unser Blick rückwärts. Wir betrachten dabei die Geschichte des 20. Jahrhunderts und gedenken der Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft.

Dieser Tag dient dazu, dass wir den gefallenen Soldaten und der getöteten Zivilisten gedenken; wir erinnern uns an die Menschen, die in der Gefangenschaft oder auf der Flucht umkamen; wir gedenken ebenso der Männer und Frauen, die ihren Widerstand gegen die Diktatur mit ihrem Leben büßen mussten und erinnern an die Menschen, die verfolgt und vernichtet wurden, weil sie einer ethnischen Minderheit angehörten.

Das Ende des zweiten Weitkrieges liegt nunmehr 72 Jahre zurück und der erste Weltkrieg bereits 99 Jahre. Da wird auch der Ruf lauter, nach dem Sinn dieses Tages. Schließlich haben die wenigsten von uns überhaupt eine lebhafte Erinnerung an diese Zeit.

Und auch unsere Jugend fehlt teilweise jeder Bezug zu diesen historischen Abschnitten oder es kommt im Geschichtsunterricht der Satz „Nicht schon wieder 2.ter Weltkrieg, den hatten wir doch bereits letztes Schuljahr“.

Aber genau gegen diese zunehmende Unwissenheit, Bequemlichkeit, Gleichgültigkeit und Resignation gilt es anzukämpfen, indem wir die Historie, aber auch die aktuellen Geschehnisse uns zur Mahnung nehmen.

Sicherlich geht es primär beim Volkstrauertag, um das Gedenken der beiden zurückliegenden Weltkriege, aber zumindest sekundär auch um die Warnung, dass wir dafür kämpfen müssen, dass derartiges nicht wieder geschieht.

Dass sich Zeiten schnell ändern können, haben alleine in den letzten Jahren viele Ereignisse gezeigt. Angefangen mit dem 11.September 2001 und den folgenden „Glaubens“-Kriegen.
Krieg in Afghanistan; der arabische Frühling mit Kriegen in Lybien und Tunesien um nur Beispiele zu nennen. Seinen vermeintlichen Höhepunkt hat diese angebliche „Revolution“ in den Gebieten von Syrien und dem Irak mit der Bekämpfung des IS.
Dort kämpfen heute die Truppen des Diktators Assad, die syrischen Rebellen, die kurdischen Rebellen, der IS, die irakische Armee, die türkische Armee und zahlreiche Splittergruppen.

Aber auch die Großmächte Russland und die USA ziehen Strippen im Hintergrund und tragen die Frage der Vorherrschaft auf diesen Gebieten aus.
Leidtragende sind die unzähligen Menschen, insbesondere die Kinder.

Es geht auch dort um ethnische Fragen, Gebiets- und Unabhängigkeitsansprüche. Diese Themen unterscheiden sich nicht groß von den Fragen des dritten Reiches. Und auch der Konflikt in der Ukraine geht mit täglichen Stellungskämpfen weiter, ohne dass wir davon etwas mitbekommen.

Wir wissen nicht, was die Zukunft bringt. Wird die nächste Hürde wirklich die Eskalation zwischen den USA und Nordkorea sein?
Wie wird sich die politische Gesamtlage in unserem Land verändern? Erfolgt ein noch größerer Ruck nach rechts?

All diese Fragen können wir nicht beantworten, wir werden von diesen Entwicklungen überrannt. Wir haben bereits zu viel mit unseren eigenen alltäglichen Problemen zu tun, als dass wir an diesen Krisenherden überhaupt etwas ändern könnten.

Wir dürfen uns aber dennoch nie unterkriegen lassen, sondern müssen die uns zur Verfügung stehenden Mittel nutzen.

Wir haben folglich nur die Chance durch unseren jeweiligen eigenen kleinen Beitrag stets zu mahnen und auch unseren Kindern und Enkeln so oft es geht näher zu bringen, was in unserer Welt geschehen ist, damit sie unsere derzeitige Situation ohne Not und Angst zu schätzen lernen und versuchen diese jederzeit zu erhalten.

Der Volkstrauertag möchte uns daher lehren, „Bewahrtet den Frieden und habt Achtung vorm Leben. Zieht aus dem Geschehenen die richtige Lehre! Wir tragen die Verantwortung dafür, dass aus der trauernden Erinnerung die Entschlossenheit wächst, den Frieden in uns selber, in unserem Land, in Europa und in der ganzen Welt zu bewahren und zu sichern“

Hierfür möchten wir Inne halten.
Eike Cornelius

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