Bauboom im Landkreis hält an – Bautätigkeit weiterhin auf hohem Niveau

Steigende Zahlen: Nochmals mehr Anträge als im Vorjahr 2019

Der Bauboom im Landkreis Wittmund hält an. So gingen im Bauamt der Kreisverwaltung im vergangenen Jahr exakt einhundert Bauanträge mehr ein als im Vorjahr 2019 – und es wurden 9,1 Prozent mehr Baugenehmigungen an die Bauherren erteilt. Auch die Prognose für das begonnene Jahr ist positiv: Man nehme weiterhin eine starke Nachfrage nach Wohnungen und Baugrundstücken wahr, so das Bauamt. Aus vielen Beratungsgesprächen wisse man, dass es häufig kleinere Maßnahmen sind (kleiner Anbau, Garage), aber auch Investitionen insbesondere in touristische Nutzungen, die geplant werden. Zudem führe die anhaltende Null-Zins-Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) dazu, dass weiterhin viel Geld in Immobilien investiert werde, auch im Landkreis Wittmund. Der zuständige Abteilungsleiter Dirk Gronewold sagt daher: „Die hohe Zahl an Bauvoranfragen ist bei uns sicherlich ein Indiz dafür, dass es so weitergeht.“ Aus den Kommunen im Kreisgebiet höre man aber auch, dass es teilweise erhebliche Probleme bereite, passende und gut gelegene Grundstücke zu erwerben, um diese als Bauland auszuweisen.

Laut Bauamt konnten im vergangenen Jahr insgesamt 541 Baugenehmigungen erteilt werden – lediglich in zwölf Fällen gab es eine Ablehnung. 67 Anträge wurden im vergangenen Jahr im Verfahren wieder zurückgezogen. Gerade die letzte Zahl ist deutlich angestiegen. Ein Grund war vor allem, dass angedachte Bauvorhaben nicht genehmigungsfähig waren. Für die vorgesehenen Grundstücke war kein Baurecht gegeben, so dass sich die geplanten Baumaßnahmen als unzulässig und somit nicht genehmigungsfähig herausstellten.

Einen zunehmenden Anteil nehmen die sogenannten Mitteilungsverfahren ein. Hierbei handelt es sich um Bauvorhaben in festgelegten Baugebieten. In diesen muss der Planer des Bauherrn keine Baugenehmigung mehr einholen, sondern sein Vorhaben lediglich nur noch bei der Gemeinde und dem Landkreis anzeigen. So entsteht ein deutlich geringerer Verwaltungsaufwand und das Vorhaben kann schneller realisiert werden. 124 Mitteilungen dieser Art konnte der Landkreis im vergangenen Jahr verzeichnen. Voraussetzung dafür ist, dass ein entsprechender Bebauungsplan der örtlichen Gemeinde existiert.

Neben mehr positiv beschiedenen Bauanträgen gab es auch ein deutliches Plus bei den Bauvoranfragen. Waren es 2019 noch 117 gewesen, so gingen im Jahr darauf 148 Anfragen ein. Sie sind nach Angaben des Bauamtes dann zu empfehlen, wenn der Bauherr zunächst eine grundsätzliche Auskunft haben möchte: Kann er bauen und wenn ja, auch in dem geplanten Umfang? Hierfür müssen, darauf weist die Kreisverwaltung hin,  noch keine detailscharfen Pläne vorgelegt werden. Es reichen Darstellungen, aus denen das geplante Vorhaben zu ersehen sein muss. Wichtig ist, dass aus amtlichen Übersichtskarten (Maßstab 1:5.000 sowie 1:500) das betreffende Grundstück mit dem Vorhaben eindeutig zu ersehen ist, so die Bauverwaltung.

Mehrarbeit verursachen indes unvollständige Bauanträge. In rund einem Drittel aller eingegangenen Bauanträge mussten die Mitarbeiter der Bauaufsicht notwendige Unterlagen nachfordern. Neben einem Mehraufwand verursacht dieses vor allem einen Zeitverlust bei der Abarbeitung der Anträge. Aus diesem Grund appelliert die Bauaufsicht an alle Antragsteller, lieber mehr als zu wenige Unterlagen herzugeben.

Wer Fragen zum öffentlichen Baurecht hat, kann sich an das speziell hierfür eingerichtete Servicebüro des Bauamtes wenden. Auf Grund der aktuellen Situation ist es derzeit nicht geöffnet, dafür aber während der Sprechzeiten telefonisch erreichbar unter der Nummer 04462/861272 oder jederzeit per  E-Mail an bauamt@lk.wittmund.de .

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