Das Nahliegende als Gegenstand der Wissbegierde

Ulrich Jasper Seetzen
Foto: DSHM

Der Orientreisende Ulrich Jasper Seetzen (1767 – 1811) als Erforscher seiner nordwestdeutschen Heimat, Vortrag von Werner Menke im Deutschen Sielhafenmuseum
 
Das Deutsche Sielhafenmuseum in Carolinensiel lädt am Freitag, 13.4., um 19.00 Uhr im Rahmen seiner Veranstaltungsreihe „freitags im Kapitänshaus“ zu einem spannenden Vortrag über Ulrich Jasper Seetzen ein.

Ulrich Jasper Seetzen, der am 30. Januar 1767 in Sophiengroden zur Welt gekommen ist, hat sich in der wissenschaftlichen Welt vor allem als Orientforscher einen Namen gemacht. Als Sohn eines begüterten Landwirts besuchte er die Lateinschule in Jever und studierte in Göttingen Medizin und Naturwissenschaften. Hier lernte er bedeutende Gelehrte kennen wie Alexander von Humboldt und Friedrich Hornemann, deren Reisen nach Südamerika und Afrika ihn zu eigenen Plänen anregten. Er wollte das unbekannte äquatoriale Afrika von Ost nach West durchqueren. Die Fürstin Friederike Auguste Sophie von Anhalt-Zerbst und Herzog Ernst II. Ludwig von Sachsen-Gotha und Altenburg finanzierten ihn. Am 13. Juni 1802 verließ Seetzen Jever und reiste über Gotha, Wien, Budapest, Bukarest, Konstantinopel, Aleppo, Damaskus und Jerusalem nach Kairo. Er kehrte nie zurück. 1811 wurde er im Jemen, noch vor der geplanten Durchquerung Afrikas, wahrscheinlich ermordet. Das Schlossmuseum Jever widmete dem Orientforscher zu seinem 250. Geburtstag 2017 eine große Sonderausstellung.

Auch vor seinem Aufbruch aus Jever war Seetzen schon forschend aktiv und hat  naturwissenschaftliche Studien auf der ostfriesischen Halbinsel durchgeführt. Dabei hat er u.a. Exkursionen nach Wangerooge und Helgoland unternommen, wobei ihn marine Organismen wie Garnele, Auster und Wattwurm ebenso interessiert haben wie Fragen des Dünenschutzes und der Salzwiesennutzung. Über seine beiden Fahrten nach Wangerooge hat Seetzen ausführliche Berichte geschrieben, in denen er schon die Anfahrt auf dem Festland anschaulich schildert. Dabei geht er auch ausführlich auf Carolinensiel ein; sehr positiv hebt er das Erscheinungsbild und die wirtschaftliche Blüte des  Sielhafenortes um 1800 hervor.  

Der Biologe Werner Menke wird diese weitgehend unbekannte Seite Seetzens als Forscher in seiner Heimatregion im Kapitänshaus des Deutschen Sielhafenmuseums auf der Ostseite des Museumshafens vorstellen. Karten sind an der Abendkasse und im Vorverkauf im Museumsladen im Groot Hus erhältlich.

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