Seenotretter trainieren vor Wilhelmshaven den Ernstfall

DGzRS übt verschiedene Einsatzszenarien auf See

Gleich vier Einheiten der Seenotretter begeben sich zum Mehrzweckschiff „Odin“ des LKN SH. Das Szenario: Mehrere Verletzte müssen versorgt werden. Ein NH90-Rettungshubschrauber der Deutschen Marine fliegt eine Person aus. Foto: Die Seenotretter – DGzRS/Alexander Krüger

Schiffbrüchige suchen und retten, Verletzte versorgen und Havaristen schleppen: Das sind einige der Herausforderungen für die Seenotretter bei der SAREx Wilhelmshaven 2026 (SAREx = Search and Rescue Exercise, Such- und Rettungsübung). Ausrichter der Übung vom 22. bis 26. April 2026 ist die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Sieben Rettungseinheiten der DGzRS sowie einige externe Schiffe und Hubschrauber nehmen daran teil.

Während der SAREx trainieren die Seenotretter vor allem die Koordinierung gemeinsamer Einsätze. Die genauen Szenarien werden den beteiligten Besatzungen erst mit der jeweiligen „Alarmierung“ mitgeteilt, um möglichst realistische Situationen zu erzeugen. Auch die medizinische Erstversorgung und der Verletztentransport sind Bestandteile der geplanten Trainings an den Kernübungstagen Donnerstag, Freitag und Samstag.

Unterstützt wird die SAREx durch Verletztendarsteller des Teams ETG (Emergency Training Group = Notfall-Trainings-Gruppe) von I.S.A.R. Germany. Am Donnerstag- und Freitagmorgen trainieren die beteiligten Besatzungen im Wechsel wichtige Handgriffe und Fertigkeiten im Hafen an Bord und an Land, darunter die Übergabe Schiffbrüchiger von Schiff zu Schiff, die Rettung aus engen Schiffsinnenräumen, international einheitliche SAR-Einsatzverfahren wie Suchmuster und Führungsaufgaben sowie technische Navigation.

Die jahrzehntelange Erfahrung der Seenotretter zeigt: Havarien und Unglücke sind jederzeit möglich. Als umfassende und zuständige Organisation für sämtliche Maßnahmen des maritimen Such- und Rettungsdienstes auf Nord- und Ostsee sind die Seenotretter rund um die Uhr und bei jedem Wetter einsatzbereit. Ständiges Training ist entscheidend für den erfolgreichen Einsatz. Größere Übungen dieser Art fanden in den vergangenen Jahren auch in der Lübecker Bucht, in der Eckernförder Bucht, vor Büsum und im Greifswalder Bodden statt. Wilhelmshaven ist in diesem Jahr zum insgesamt sechsten Mal Gastgeber der SAREx.

An der SAREx Wilhelmshaven 2026 teilnehmen werden die Seenotrettungskreuzer HANS HACKMACK (ohne feste Station), EUGEN (Station Norderney) und PIDDER LÜNG (Station List), ferner von den Freiwilligen-Stationen die Seenotrettungsboote PETER HABIG (Station Wilhelmshaven), WOLFGANG PAUL LORENZ (Station Horumersiel), SECRETARIUS (Station Langeoog) und PAUL NEISSE (Station Eiderdamm).

Außerdem werden das Zollschiff „Friesland“, ein Such- und Rettungshubschrauber der Marineflieger, ein Rettungshubschrauber von NHC Northern Helicopter und ein ADAC-Rettungshubschrauber bei der Übung dabei sein. Für realistische Szenarien stehen mehrere Schiffe als Havaristendarsteller zur Verfügung, darunter der Schlepper „Fairplay 34“ der Fairplay Towage Group.

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