Wohnen und Arbeiten in einem ostfriesischen Gulfhaus – Einblicke in frühere Zeiten, Vortrag von Hermann Schiefer, Landesdenkmalpfleger a. D.
In der Veranstaltungsreihe „freitags im Museum“ widmet sich das Deutsche Sielhafenmuseum am Freitag, 16.10. um 19 Uhr dem ostfriesischen Gulfhaus, das 2026 zum Bauernhaus des Jahres ernannt wurde.
In Ostfriesland scheint die Landschaft vor allem aus Himmel zu bestehen. Entlang des tief liegenden Horizonts reihen sich Gulfhäuser, meist auf Warften gebaut und durch Bäume vor Wind und Wetter geschützt. Mit ihren weit ausgreifenden Dächern gehören sie bis heute untrennbar zur Region und zeugen hier wie kein anderer Bautyp davon, dass Leben und Wirtschaften auf fruchtbaren Marschböden über Jahrhunderte miteinander verwoben waren.
Mit dem Gulfhaus als Bauernhaus des Jahres 2026 will die Interessengemeinschaft Bauernhaus e.V. in diesem Jahr dazu beitragen, dass in der breiteren Öffentlichkeit der Region und bundesweit ein stärkeres Bewusstsein für die Erhaltung dieses jahrhundertealten Kulturerbes entsteht, das durch die Änderungen in der Viehhaltung stark bedroht ist.
Landesdenkmalpfleger a.D. Hermann Schiefer zeigt anhand historischer Aufnahmen von 1900 bis 1960, wie die Lebenswelten auf den ostfriesischen Höfen vor der Industrialisierung aussahen. Die stolze bäuerliche Landwirtschaft mit Viehmärkten, Selbstversorgung und harter Knochenarbeit löste sich innerhalb weniger Jahrzehnte fast geräuschlos auf.
Karten und Informationen unter www.dshm.de/programm.