Grenzgänger-Projekt

Ein Konzert von und mit der Band AndraeBahlmannHarjes zum bundesweiten Tag der Demokratiegeschichte

Am 18. März 2026 wird bundesweit erstmals der Tag der Demokratiegeschichte begangen. Das Deutsche Sielhafenmuseum beteiligt sich an dem breit gefächerten Veranstaltungsprogramm rund um dieses Datum mit einem besonderen Konzert der Band AndraeBahlmannHarjes am Sonntag, 22. März um 17 Uhr in der Alten Pastorei.

Das Grenzgänger-Projekt der drei Musiker vereint Songs, Texte und Geschichten zum Leben und Wirken des letzten in Jever lebenden Juden Fritz Levy mit Texten des niederdeutsch schreibenden Schriftstellers Oswald Andrae. Die Familie Levy war im 19. und frühen 20. Jahrhundert in Ost-Friesland weit verbreitet. In Carolinensiel waren Angehörige der Familie als Schlachter tätig, die unter anderem die Segelschiffe für ihre Handelsfahrten mit Proviant versorgten. Im Grenzgänger-Projekt geht es um Verfolgung, Flucht, Rückkehr, Vertreibung und um die Widerstände bei der Aufarbeitung der Nazi-Vergangenheit einer Kleinstadt. Die beiden Musiker Iko Andrae (Gesang/Kontrabass) und Eckhard Harjes (Gesang/Gitarre) sind in Jever aufgewachsen und machen seit frühster Jugend in verschiedenen Bandprojekten zusammen Musik. Sie arbeiteten als Schüler mit an der Aufarbeitung der NS-Geschichte Jevers und kannten Fritz Levy. Das Grenzgänger Album und das Konzertprogramm haben die beiden zusammen mit dem Oldenburger Drummer Andreas Bahli Bahlmann entwickelt.

Der 18. März ist ein bedeutendes Datum der deutschen Demokratiegeschichte. Am 18. März 1793 erklärte der rheinisch-deutsche Nationalkonvent die Volkssouveränität und gründete die Mainzer Republik, ein frühes Beispiel teil-demokratischer, parlamentarischer Selbstverwaltung. 55 Jahre später, am 18. März 1848, führten die Barrikadenkämpfe in Berlin zur Märzrevolution, einem zentralen Moment des Kampfes für politische Mitbestimmung. Am 18. März 1920 ist nach einem reichsweiten Generalstreik der Kapp-Putsch gegen die junge Weimarer Republik endgültig gescheitert und der 18. März 1990 markiert im Zuge der Friedlichen Revolution die erste und einzige freie Wahl zur

Volkskammer der DDR. Der 18. März eignet sich daher wohl wie kein anderer Tag, um an die wechselvolle Demokratiegeschichte Deutschlands zu erinnern.

Der Tag der Demokratiegeschichte ist eine Initiative der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft Orte der Demokratiegeschichte. Schirmherr ist Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Die Veranstaltung des Deutschen Sielhafenmuseums am 22.3. um 17 Uhr in der Alten Pastorei wird von der Stiftung Orte der deutschen Demokratiegeschichte gefördert. Der Eintritt ist frei.

Schreibe einen Kommentar